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Die schönen Seiten des Reisens mit älteren Kindern und Jugendlichen

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Nachdem wir vor nicht allzu langer Zeit die schönen Seiten des Reisens mit Babys und kleinen Kindern thematisiert haben, ist es nur eine logische Schlussfolgerung, dass wir uns nun auch den Vorteilen beim Reisen mit älteren Kindern und Jugendlichen widmen wollen. Wieder einmal haben wir ziemlich wahllose (jedoch stichhaltige) Argumente gefunden, warum das Reisen mit älteren Kindern und Jugendlichen zahlreiche erlebenswerte Vorteile mit sich bringt. Wie immer erheben wir bei unserer Sammlung keinen Anspruch auf Vollständigkeit – und, es darf auch wieder geschmunzelt werden. 🙂

1. Hurra – sie können endlich schwimmen!

Was ist es nur für eine Erleichterung für Eltern, wenn der Nachwuchs endlich schwimmen kann. Ab jetzt muss man sein Kind nicht mehr mit Argusaugen sekündlich Überwachen, wenn dies sich übermütig in die Fluten stürzt. Natürlich ist man seiner Aufsichtspflicht nicht gänzlich entbunden, da schon so manch wagemutiger Seemann (oder Seefrau) versucht hat mit seiner Luftmatratze den Atlantik zu überqueren. Dennoch! Es nimmt Eltern eine enorme Last von den Schultern, wenn ihre Kinder sicher schwimmen können.

Es ist eine große Erleichterung, wenn Kinder sicher schwimmen können.

Es ist eine große Erleichterung, wenn Kinder sicher Schwimmen können.

2. Spiel und Spaß – aber bitte mit etwas mehr action!

Alle hartgesottenen und abenteuerlustigen Eltern, die den Adrenalinkick suchen, denen es nicht zu hoch, zu schnell oder zu turbulent sein kann, dürfen sich freuen, wenn ihre Kinder endlich in das Alter kommen, in dem sie all diese actiongeladenen Fahrgeschäfte fahren dürfen – und auch wollen. Jetzt muss man nicht mehr stundenlang gelangweilt vor dem Kinderkarussell warten und seinem kleinen Schatz stumpfsinnig,  aber höchste Freude heuchelnd, zuwinken und zusehen, wie dieser die nervtötende Hupe quält oder versucht den ungeliebten Nachbarn vom Pferdchen zu stoßen. Auch die gähnend langweilige Bimmelbahn gehört endlich der Vergangenheit an. Fun und Action sind angesagt, und oftmals haben Kinder wesentlich mehr Durchhaltevermögen als die Erwachsenen.

Und für alle Eltern, die keine Adrenalinjunkies sind und nicht das Verlangen nach Bauchkribbeln haben – in nächster Nähe zu solchen Fahrgeschäften gibt es meist ein nettes Cafè oder eine Würstchenbude, was das Warten auf jeden Fall angenehmer gestaltet – selbst das doofe Winken kann man sich dann sparen.

Alle Kinder lieben Freizeitparks - du auch?

Alle Kinder lieben Freizeitparks – du auch?

 3. „Auf du junger Wandersmann….!“ – endlich kann man ernsthaft wandern und nicht nur spazierengehen.

Mit kleinen Kindern und Babys ist das Wandern eine Beschäftigung, der hauptsächlich die Erwachsenen nachgehen. Der Nachwuchs muss getragen werden, und das auch dann noch, wenn die Kleinen das Laufen schon lange erlernt haben. Sicher kann man auch mit kleinen Kindern Wanderungen unternehmen, die sich jedoch, was die Laufleistung betrifft, eher als ein längerer Sonntagsspaziergang ausnehmen. Ernsthafte, lange Streckenwanderungen sind erst in einem fortgeschrittenen Alter der Kinder möglich. Natürlich sind Kinder sehr unterschiedlich was die Motivation und Laufleistung betrifft, aber mit zunehmendem Alter kann man seine Kinder stärker fordern und zum Laufen antreiben. Natürlich bestimmt auch hier noch das schwächste (in der Regel das jüngste) Glied der Gruppe das Tempo und die Länge der Etappe. Kommen Kinder allerdings in die Pubertät, kann es sein, dass sie mit ihrem energiegeladenen Elan sogar noch die Eltern hinter sich lassen.

Längere Wanderungen sind erst mit älteren Kindern möglich.

Lange Wanderungen sind erst mit älteren Kindern möglich.

 4. Ältere Kinder entwickeln ein Gespür für fremde Kulturen

So schön es auch ist, mit kleinen Kindern in ferne Länder und fremde Kulturen zu reisen (da sie überall herzlich Willkommen sind), so spannend kann es sein, mit älteren Kindern in andere Kulturen einzutauchen. Mit zunehmendem Alter entwickeln Kinder ein Gespür dafür, was eine fremde Kultur von der eigenen unterscheidet und sie sind meist sehr interessiert und neugierig sie zu entdecken. Eine Fernreise, die an den Kleinen oft vollkommen vorbei geht, ist für größere Kinder eine sehr intensive und nachhaltige Bewusstseinserweiterung. Sie lernen und erkennen die Unterschiede und sammeln vielfältige Erfahrungen, die sie für sich und ihr eigenes Leben nutzen können. Auch sehen und erkennen sie jetzt deutlich, dass es ihnen weitaus besser geht als vielen anderen Kindern auf dieser Welt. Dies ist zwar nicht immer eine leichte, aber meist folgenschwere Erkenntnis für unsere Kinder, die sie mit nach Hause nehmen. Solche Erfahrungen bieten unseren Kindern die Chance eine globale Sichtweise zu entwickeln und diese auf positive Weise weiter zu transportieren.

Fremde Kulturen sind für Kinder eine Bereicherung!

Fremde Kulturen sind für Kinder eine Bereicherung.

5. Ja, wer isst denn da!

Bei diesem Punkt bin ich mir nicht so ganz sicher, ob er denn bei jedem so ganz der Wirklichkeit entspricht. Viele Kinder beginnen im Kleinkindalter zu essen und scheuen dabei keinerlei Lebensmittelverunstaltung. Andere dagegen essen nur das nötigste und das in dem beschränkten Nahrungsmittelangebot, das sie kennen. Da meine Kinder zu der zweiten Sorte Kind gehören, war es für mich eine ungeheure Erleichterung, als sie irgendwann anfingen fremde Speisen zu probieren und sie nach und nach auch zu essen. Verlässt man den eigenen Kulturkreis ist es unumgänglich, dass Kinder mit Lebensmittelkreationen in Kontakt kommen, die ihnen bis dato unbekannt waren. Um so mehr ist es eine Erleichterung für die Eltern, wenn die Kinder das exotische Angebot irgendwann auch akzeptieren. Mit fortgeschrittenem Alter der Kinder ist es jedenfalls leichter, sie für fremde Speisen zu gewinnen. Sollte das nicht der Fall sein, isst das Kind spätestens dann etwas, wenn der Magen knurrt.

Exotische Speisen können auch schmecken!

Exotische Speisen können auch schmecken.

6. Ältere Kinder werden ernsthafte Reisebegleiter

Mit zunehmendem Alter entwickeln sich Kinder zu ernsthaften Reisebegleiter mit eigenen Vorstellungen und Erwartungen an eine Reise. Das ist ebenfalls eine Bereicherung für Eltern, da sie von ihren Kindern ein Feedback zu einer Reise bekommen und erfahren, wie ihre Kinder diese sehen und bewerten. Das muss zwar nicht immer positiv ausfallen, kann aber den Eltern dann ein Wegweiser für kommende Abenteuer sein. Nehmt eure Kinder mit ins Boot und geht auf ihre Wünsche und Vorstellungen ein! Das ist die Basis für eine harmonische Familienreise, die allen Familienmitgliedern gerecht wird.

Kinder werden mit zunehmendem Alter selbstständige Reisende!

Kinder werden mit zunehmendem Alter selbstständige Reisende.

7. Yippie, sie tragen ihr Gepäck alleine!

Mein persönlicher Favorit der positiven Erfahrungen beim Reisen mit älteren Kindern – sie tragen ihr Gepäck ganz alleine. Ich muss es noch einmal größer schreiben, um es zu glauben. SIE TRAGEN IHR REISEGEPÄCK ALLEINE!!! Welch eine Last wir mir von den Schultern bzw. vom Gepäckträger genommen. Es ist ein Traum, den ich noch vor wenigen Jahren nicht zu Träumen gewagt hatte. Zu Zeiten, als wir neben dem Gepäck noch die Kinder selbst schleppen mussten, war dieser wahnwitzige Gedanke jenseits meiner Vorstellungskraft. Umso mehr freue ich mich jetzt über die himmlische Realität. Endlich ist das Reisen mit Kindern nicht mehr schwer!

Ältere Kinder können sich und ihr Gepäck selbst transportieren!

Ältere Kinder können sich und ihr Gepäck selbst transportieren.

8. Ältere Kinder können sich alleine beschäftigen

Viele junge Eltern fühlen sich überfordert, weil sie glauben den Nachwuchs ständig bei Laune halten zu müssen (was ja eigentlich gar nicht sein muss!) Dennoch ist es oft so, dass sich die Eltern kleinerer Kinder häufiger mit ihrem Nachwuchs beschäftigen, als Eltern, deren Kinder schon ein wenig älter sind. Der modernen Technik sei Dank, dass ältere Kinder sehr lange ohne Elternanimation auskommen. Aber auch andere, eigenständige Beschäftigungen, wie das Lesen, Schreiben oder Basteln, nehmen mit dem Alter an Bedeutung für den Nachwuchs zu. Das bedeutet für die Eltern meisten mehr Freiraum. Wie schön!

Ältere Kinder beschäftigen sich oft sehr lange alleine!

Ältere Kinder beschäftigen sich oft sehr lange alleine.

 9. Keep cool – auch Eltern lernen mit der Zeit sich zu entspannen!

Sind die Kinder noch klein, leben die Eltern in ständiger Angst und sind stets bemüht die Kleinen vor Gefahren zu schützen. Immer und überall sieht man sie lauern, die Gefahrenquellen. Beim Wandern könnten die Kleinen ja in eine Schlucht stürzen, im Straßenverkehr von einem Auto angefahren werden, am Meer oder im Pool ertrinken und so weiter. Diese geistigen Schreckensszenarien im Kopf sind unvermeidbar und sogar wichtig zur Gefahrenabwehr. Mit zunehmendem Alter der Kinder lässt diese Hysterie – dem Kind könne jederzeit etwas passieren – Gott sei Dank ein wenig nach. Man traut seinem Nachwuchs mit den Jahren einfach mehr zu und vertraut auf die erweiterten geistigen sowie körperlichen Fähigkeiten seiner Kinder. Ohne wiederholte Appelle und Erinnerungen an diese Fähigkeiten geht es natürlich nicht, aber man wird mit der Zeit wesentlich entspannter beim Reisen, und knipst seinen Nachwuchs schon einmal in Reisesituationen, die man noch vor Jahren als „no go on travel“ abgelehnt hätte.

Kurze Fahrt auf einem Pick up zum Hotel!

Kurze Fahrt auf einem Pick up zum Hotel.

10. Yo – was geht! Der kindliche Humor gewinnt an Ausdrucksstärke

Mit kleinen Kindern und Babys kann man als Mama oder Papa nach Herzenslust albern sein. Mit zunehmendem Alter jedoch übernehmen die Kinder diesen Part und geben sich dabei nicht minder spaßig. Die Eltern müssen nicht mehr den Alleinunterhalter spielen, nein, sie werden von ihrem Nachwuchs bestens entertaint. Dabei bestimmen zunehmend die Kinder die Art des Humors, der mit den Jahren immer ausgefeilter und erwachsener wird. Man kann sich dem Scharm seiner Kinder selten entziehen und findet den Humor (meistens jedenfalls) zum Schießen komisch.

Ältere Kinder können Erwachsene sehr einfach zum Lachen bringen!

Ältere Kinder können Erwachsene sehr einfach zum Lachen bringen.

11. Städtetrips machen endlich wieder Spaß

Mit kleinen Kindern große Städte und Metropolregionen zu bereisen ist selten ein Spaß für die ganze Familie.  Sicherlich ist es machbar, aber immer mit zähneknirschenden Kompromissen verbunden, damit sich auch alle wohl dabei fühlen. Mit älteren Kindern und vor allem Jugendlichen ist das vollkommen anders. Juhu – der Nachwuchs möchte auf einmal große Städte sehen und erleben. New York, Rio, Tokio …. alles aufregende Metropolen, die nur darauf warten von den Jugendlichen entdeckt zu werden. Es ist ja auch mega cool seinen Freunden nach einer Reise erzählen zu können, dass sie eine weltbekannte City bereist haben. Ein bisschen angeben ist da schon mal erlaubt!  Alle anderen, die das nicht nötig haben, können sich dennoch freuen, dass Städtereisen mit Kindern irgendwann wieder richtig Spaß machen.

Jugendliche finden Weltmetropolen einfach nur cool.

Jugendliche finden Weltmetropolen einfach nur cool.

12. Die Kinder erfassen die Welt um sich herum in ihrer ganzen Schönheit

Wo es kleinen Kindern noch vollkommen schnuppe ist, was sie unterwegs zu sehen bekommen, entwickeln größere Kinder einen Blick für die Sehenswürdigkeiten dieser Welt und das, was wir ihnen unterwegs zeigen wollen. Sie sind mit den Jahren ebenso fasziniert von den Schönheiten unseres Planeten wie wir Erwachsene. Sie begreifen die Beweggründe einer Reise und können sich zunehmend an das erinnern, was sie unterwegs erlebt und gesehen haben. Für Eltern ist es eine wundervolle Erfahrung, wenn die Kinder eines Tages auf sie zukommen und sagen: „Der letzte Urlaub war sooo schön! Da müssen wir mal wieder hin!“

Ältere Kinder erkennen die Schönheiten und Beweggründe des Reisens!

Ältere Kinder erkennen die Schönheiten und Beweggründe des Reisens.

Kennt ihr selbst noch schöne Seiten beim Reisen mit älteren Kindern? Schreibt sie mir!

Wer ernst gemeinte und brauchbare Tipps zum Reisen mit älteren Kindern und Jugendlichen sucht, wird sicherlich in meinem Reisehandbuch fündig.

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3 Kommentare

  1. Pingback: Zur Blogparade von "Das Elternhandbuch" - Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe! #babyfrage

  2. Das sind sehr schöne Gründe für Reisen mit Kindern. Bei uns ist es momentan jedoch so, dass unser Teenager-Sohn die nächste Reise nicht mit uns antreten will!! Tja, das habe ich mir auch anders vorgestellt… Welche Gedanken mir dazu durch den Kopf gehen und wie ich nun mit der Situation zurecht komme, hast du ja schon auf meinem aktuellen Blog-Beitrag gelesen.
    Liebe Grüße,
    Sabine

    • Danke, liebe Sabine, für deinen Kommentar. Ja, man spürt als Leser, dass dich die Reiseverweigerung deines Sohnes emotional berührt. Wir sind – Gott sei Dank – noch nicht in dieser Situation. Unser Großer ist jetzt gerade erst 14. Aber sicher wird das Thema auch bei uns in den nächsten Jahren kommen. Noch weiß ich nicht, wie ich darauf reagieren werde, aber ich hoffe inständig, dass ich dann loslassen kann, wenn er soweit ist, das sichere Nest zu verlassen, und wenn es nur für einen Ausflug (Reise) ist.
      Trotzdem wünsche ich euch noch viele schöne Reisen zu dritt, und auch irgendwann wieder zu zweit. Glaub mir, das wird schön. 🙂
      Liebe Grüße zurück
      Christine

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