Reise-Kids

Mit Kindern die Welt entdecken

Zur Blogparade von „Das Elternhandbuch“ – Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe! #babyfrage

| 5 Kommentare

Vor kurzem wurde ich sehr herzlich von Heike Lorenz von „Das Elternhandbuch“ zu ihrer Blogparade eingeladen. Zugegeben: Ich habe noch nie an einer Blogparade teilgenommen und auch noch keine ins Leben gerufen. Diese Einladung war aber so nett, dass ich mich dazu entschlossen habe spontan teilzunehmen, auch wenn die #babyfrage für meinen Blog eigentlich themenfremd ist. Dennoch bin ich Mutter, und kann sicherlich auch einen gedanklichen Beitrag dazu leisten.

Danke nochmals an Heike für diese herzliche Einladung und das wirklich spannende Thema für alle Mütter – egal ob sie große oder kleine Kinder haben.

Hier meine Gedanken zu

Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe! #babyfrage

Die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke hat einmal den schönen Satz geprägt: „Kinder sind wie Fürze. Die eigenen sind am erträglichsten.“ Was für eine robuste und treffsichere Aussage, die in ihrem Kern – geben wir es doch einmal ohne falsche Scham zu – der Wahrheit entspricht. Und das gilt aus meiner Sicht für beide Bedeutungen. Auf die physische möchte ich hier nicht näher eingehen. 🙂

Viel mehr interessiert mich das Geständnis einer Mutter, die behauptet, dass der eigene Nachwuchs von allen anderen Kindern dieser Welt “am erträglichsten“ ist, was gleichfalls einen tiefen Blick in die Seele einer Mutter zulässt, oder die Frage aufwirft, was Mutterliebe eigentlich ist, und wie jede Mutter dies für sich definiert.

Groß oder nicht groß? Dass ist hier die Frage!

In dieser Blogparade geht es um die Frage: Liebe ich meine Kinder, wenn sie klein sind, oder liebe ich sie, wenn sie größer sind.

Psychologisch interessant sind die Aussagen vieler Mütter, die sich zu diesem Thema äußern. Diejenigen, die noch kleine Kinder haben berichten kritisch über die “Kernspaltung“, die dieses Thema im liebenden Mutterherz verursacht.

„Ein Kind ist doch eine einzigartige Persönlichkeit (wie ein Atomkern), das man mit all seinen Eigenschaften nicht in zwei Teile spalten kann, und dann behaupten, das eine mag ich und das andere nicht!“

Die Meinung, dass man diese Wesenstrennung von Müttern in “Groß“ und “Klein“ nicht vornehmen kann, selbst bei fortgeschrittenem Alter der eigenen Kinder, zeigt sich gerade bei jungen Müttern, welche in den “Genuss“ der Erfahrung mit größeren Kindern noch gar nicht gekommen sind.

Ältere Mütter halten mit gewachsener Empirie dagegen und zeigen kundig auf, wie anstrengend doch so ein Kleinkindalter ist. Dabei sind bei ihnen die Erinnerungen an die vielen kleinen glücklichen Momente aus vergangenen Tagen schon etwas verlasst, und so betrachten ältere Mütter den pflegeintensiven Erziehungsprozess von Babys und Kleinkindern mit zunehmendem Abstand und somit gewachsener psychischer Dünnhäutigkeit, welche das Alter automatisch mit sich bringt.

Mutterliebe ist zeitlos!

Bin ich der Große-Kinder-Typ oder der Kleine-Kinder-Typ,  ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz für das Thema Mutterliebe. Aus meiner Sicht ist Mutterliebe zeitlos und passt sich dem Alter der eigenen Kinder automatisch an.

Jeder Mensch wird mit bestimmten Eigenschaften geboren, entwickelt diese aber immer weiter und verändert im Laufe seines Lebens auch immer wieder seine Sichtweise auf die Dinge. Das gilt für die Kinder, wie auch die Erwachsenen. So war auch ich als junge Mutter ein glühender Verfechter der bedingungslosen Babyliebe, die sogar gerne ihre Nase hingebungsvoll an die volle Windel des Sohnes presste, um seinen Verdauungsprozess zu überprüfen. Heute würde ich das nicht mehr freiwillig tun, geschweige denn bei einem fremden Kind. Ich habe mich mit zunehmendem Alter eben verändert und mein Sohn übrigens auch, da er heute – mit vierzehn Jahren – keine Windel mehr braucht. Wie gut für uns beide!

Aus heutiger Sicht würde ich für mich behaupten, dass ich ein Große-Kinder-Typ bin. Vielleicht erfüllt es mich aber auch nur mit Stolz und Dankbarkeit, dass sich meine Kinder so gut entwickelt haben. Alles das Ergebnis einer bedingungslosen Babyliebe, die sich bei mir mit den Jahren zu einer “Jugendliebe“ gewandelt hat?? Wer weiß?

Muss ich mein Kind bedingungslos lieben?

Womit ich zum eigentlichen Kernpunkt der Aussage von Anke Engelke komme: „Muss ich mein Kind überhaupt immer bedingungslos lieben?“

Denn eines ist klar: Ich bin selbstverständlich genervt, wenn mein kleiner geliebter Filius im Sandkasten dem Nachbarn hinterhältig seine Schaufel über die Rübe haut, oder sich im Supermarkt so sehr daneben benimmt, dass Umstehende an meiner Erziehungskompetenz zweifeln. Genauso wenig gefällt es mir, wenn unter Einfluss von jugendlichem Starrsinn die – mühsam anerzogene – Sozialkompetenz meines Kindes leidet.

Kinder sind in keinem Alter perfekt, sondern – aus Muttersicht – manchmal eben nur erträglicher als alle anderen. Trotzdem lieben wir sie in jedem Lebensstadium. Und das meist bedingungslos. Ist das zeitlose Mutterliebe?

Sollte ich aber falsch liegen und es lässt sich doch ein Muttertyp in Alterskategorien einordnen, so ist der Test dafür am eigenen Kind sicher nicht geeignet, weil gerade die Mutterliebe bei der subjektiven Bewertung dazu hinderlich ist. Aus Befangenheitsgründen einfach nicht aussagekräftig, würde ich behaupten.

Um festzustellen welcher Muttertyp man wirklich ist, sollte man ein Praktikum im Kindergarten absolvieren – am besten kurz vor Weihnachten – und danach mit einer geschlechtergemischten, pubertierenden Mittelstufenklasse eine Woche lang auf Klassenfahrt gehen.

Spätestens danach weiß man welches Kindesalter einem mehr liegt. Oder man hat die Erkenntnis gewonnen, dass die eigenen Kinder doch am erträglichsten sind – in jedem Lebensalter.

Es grüßt euch

Christine

Reisen mit Kindern

Falls es euch interessiert: Hier schreibe ich über die wunderbaren Unterschiede zwischen kleinen und großen Kindern auf Reisen:

Die schönen Seiten des Reisens mit Baby und Kleinkind

Die weniger schönen Seiten des Reisens mit Baby und Kleinkind

Die schönen Seiten des Reisens mit älteren Kindern und Jugendlichen

Die weniger schönen Seiten des Reisens mit älteren Kindern und Jugendlichen

Christine SinterhaufChristine ist Mutter von zwei Kindern im Alter von 12 und 14 Jahren. Privat betreibt sie seit zwei Jahren den Reise- und Outdoorblog www.reise-kids.de und hat zum Thema „Reisen mit Kindern“ ein Handbuch geschrieben. Beruflich arbeitet sie in einem Förderzentrum für Kinder (jeder Altersstufe) mit geistiger Behinderung.

Lust auf mehr Reisegeschichten?

5 Kommentare

  1. Pingback: Blogparade – Die Babyfrage – Der Rückblick

  2. Vielen Dank für deinen Beitrag und die differenzierten Betrachtungen zum Thema 🙂

    Lieben Gruß

    Nicole vom Elternhandbuch

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.