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Ungarn – mit kleinen Kindern in Budapest

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 Mit zwei Kindern (5 und 7 Jahre alt) in Transdanubien/Ungarn

Blick auf den BurgpalastEbenso unaussprechlich geben sich die westlichen Landesteile Ungarns dem gemeinen Touristen, der versucht ist, sie in der Landessprache auszusprechen:

„Dunántúl“

Nur ein kleines Kind, das sich gerade die Backen mit Butterkeksen vollgestopft hat, und breit schmatzend den Namen „Du – nán – túl“ sabbert, ist wahrscheinlich in der Lage das Wort akustisch einwandfrei auszusprechen. Ich allerdings muss gestehen, dass mir die ungarische Sprache nicht gelingen will, so sehr ich mich auch bemühe. Die Sprache des einstigen Vielvölkerstaates und Großreichs Österreich-Ungarn hat tatsächlich keinerlei  Verwandtschaft zu den Sprachen der überwiegend slawischen Nachbarstaaten. Somit bildet die ungarische Sprache im Mittel- bzw. osteuropäischen Raum eine Ausnahmeerscheinung in der Sprachenzugehörigkeit. Tatsächlich ist Ungarisch mit dem Finnischen verwandt. Und diese Sprache ist erst richtig schwer! Es gibt nur wenige Finnen, die ich jemals habe sprechen hören, und – alle Finnen mögen mir jetzt verzeihen – diese waren leider auch nicht mehr ganz nüchtern. So hat sich mir auch diese Sprache verschlossen.

Blick aufs ParlamentsgebäudeEigentlich versuchen wir auf allen unseren Reisen ein paar Redewendungen und Wörter der Landessprache zu lernen. Es erleichtert einem das Reisen und wird von der Bevölkerung in der Regel mit sehr viel Respekt belohnt. Gerade wenn Kinder das ein oder andere Wort beherrschen, zaubert es den Einheimischen oft ein breites Grinsen ins Gesicht. Dies ist allerdings unsere erste Reise, auf der mir das einfach nicht so richtig gelingen mag. Bisher haben wir unseren Kindern nur „Hallo“ und „Danke“ beibringen können. „Hallo“ wird eigentlich wie im deutschen ausgesprochen, aber nur, wenn man eine Person anspricht, und „Danke“ heißt „köszönöm“. Ich hoffe, dass das für diese Reise ausreichend ist.

Der Donau folgend fahren wir also durch das schöne Land „Transdanubien“, wie sich die westlichen Landesteile Ungarns nennen, was soviel heißt wie „Das Land jenseits der Donau“. Unser Ziel ist die Hauptstadt Ungarns: Budapest. Die Stadt ist nicht nur reich an kulturellen Sehenswürdigkeiten, sondern mit seinen zahlreichen Thermalquellen auch die größte Kurstadt Europas. Nachdem unsere Kinder Paris ohne bleibenden Schaden überstanden haben, glauben wir, dass sie auch hier halbwegs ihren In den Straßen von BudapestSpaß haben werden.

Wir fahren, wie so oft auf unseren Reisen, ins Blaue hinein. Tatsächlich wissen wir bei unserer Ankunft in Budapest noch nicht wo wir die nächste Nacht verbringen. Via Internet habe ich zwar einen Campingplatz direkt in der City ausfindig gemacht, aber keine genaue Route dorthin ausgekundschaftet. Und so eine tolle Erfindung wie ein Navigationsgerät ist bei uns ebenfalls noch nicht angekommen. Da wir natürlich auch keine wirklich gute Straßenkarte besitzen, wird der Ankunftstag unfreiwillig zu einer Besichtigungstour durch einen großen Teil der Innenstadt, bei der wir uns die meisten Sehenswürdigkeiten natürlich mehrmals ansehen. Die Kinder nehmen es gelassen, da ich vorausschauend beiden eine große Tüte Kinderkekse in die Hand gedrückt habe und wir schon zum fünften Mal an diesem Tag ihre Lieblings-CD rauf und runter nudeln. Irgendwann finden wir schließlich den Campingplatz auf einem kleinen eingezäunten Gelände zwischen den Häuserschluchten. Zu unserem Erstaunen ist er besser als erwartet. Als Stellplatz für unser Zelt müssen wir allerdings mit einem Schotterplatz vorlieb nehmen, was uns angesichts des niedrigen Preises überhaupt nicht stört. Günstiger hätten wir sonst nirgendwo in der Innenstadt übernachten können als hier.

Blick auf BudapestIn den nächsten drei Tagen pendeln wir ständig zwischen Buda und Pest. Aus diesen beiden Stadtteilen gründete sich Ende des neunzehnten Jahrhunderts die Hauptstadt Buda-Pest (eigentl. Pest-Buda), in deren Zuge zahlreiche Großprojekte, wie etwa die erste europäische U-Bahn auf dem Festland, der Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte.

Auch wir benutzen zur Erkundung der Donaumetropole fast ausschließlich die U-Bahn, ist uns doch der rege Stadtverkehr und die äußerst schwierige Parksituation nur lästig. Mit der U-Bahn dagegen kann man die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen. Wobei für uns besichtigen heißt, dass wir Erwachsenen die prächtigen Paläste und Monumente nur im Vorbeigehen bewundern dürfen. In ein Museum hinein gehen und dort gar für längere Zeit verweilen, kommt für unsere Kurzen überhaupt nicht in die Tüte. Da könnten wir ihnen noch so viele Tüten mit Leckereien in die Hände drücken, die wahrscheinlich sowieso in den allermeisten Museen tabu wären.

Eingangshalle des SzechenyiDoch auch ohne nähere Betrachtung von innen ist Budapest für den Besucher eine Augenweide. Vom Gellértberg auf Budaer Seite hat man bei schönem Wetter einen wundervollen Blick über die Stadt und die dominierende Donau, die in weiten Bögen dem ungarischen Tiefland entgegen fließt.

Ich muss zugeben, dass wir in den wenigen Tagen nur einem Bruchteil der sehenswerten Gebäude und Paläste Budapests einen Besuch abstatten können. Die historienreiche Metropole hat einfach zu viele schöne Monumente und Kulturdenkmäler zu bieten, als dass man sie mit zwei Kindern in drei Tagen abhaken könnte. Spezielle Sehenswürdigkeiten wie Erlebnis- oder Tierparks für Kinder haben wir bewusst nicht besucht, auch wenn es diese in Budapest – wie in jeder Großstadt – durchaus gibt. Unsere Reise endet hier ja nicht, und wir werden bestimmt in den nächsten Tagen und Wochen noch viele Highlights für unsere Kinder finden, sodass auch die beiden sicherlich auf ihre Kosten kommen werden und auf schöne Ferienerlebnisse nicht verzichten müssen.

Das Szechenyi HeilbadWorauf wir alle in Budapest allerdings nicht verzichten, ist der Besuch des weltbekannten Thermalbades „Széchenyi“, das als das größte Heilbad Europas gilt. Das von außen beeindruckende Bauwerk wird nur noch von seinem Innenleben übertroffen. Im ovalen Außengelände gibt es drei große Becken, von denen eines mit einem Strömungskanal ausgestattet ist, welcher Kindern viel Spaß bereitet. Allerdings sollte das Kind schon größer sein, oder ein guter Schwimmer, da die Wassertiefe eher auf Erwachsene ausgelegt ist. Eigentlich trifft dies auf das gesamte Schwimmbad zu, da es weder eine kindgerechte Einrichtung, noch einen Kinderrabatt auf den doch sehr hohen Eintrittspreis gibt. Mit seinen mehr als zehn Innenbecken, Saunen, Dampfbäder und zahlreichen physiotherapeutischen Einrichtungen ist das Széchenyi mehr Heil- und Kurbad für Erwachsene (das gilt leider für alle alten Thermalbäder Budapests).

Die Aussenanlage des SzechenyiUns und unsere Kinder stört das jedoch nicht. Wir verbringen einen schönen letzten Tag in Budapests bekanntestem Thermalbad. Morgen schon werden wir unsere Reise durch Transdanubien in Richtung Süden fortsetzen. Unser nächstes Ziel ist der Plattensee. Ich glaube, der ist – was die Wassertiefe betrifft – eher auf Kinder ausgelegt.

Wer konkrete Fragen zu Budapest und Ungarn hat, kann mich gerne über das Kommentarfeld ansprechen.

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