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Städtereisen mit Kindern und Jugendlichen – Kurzbesuch in Kanadas heimlicher Hauptstadt Toronto

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Skyline von TorontoDie größte Stadt Kanadas ist eigentlich nur die Hauptstadt der Provinz Ontario, dennoch gilt sie als heimliche Hauptstadt ganz Kanadas. Wir haben Toronto auf unserer Durchreise von den USA zu den Niagarafällen besucht und sie auf einem Tagesausflug kennen und lieben gelernt. Natürlich war dieser Blitzbesuch viel zu kurz, um diese gewaltige Stadt auch nur annähernd kennenzulernen. Auch hatten wir uns wieder einmal (wie bei unserem New York Trip) viel zu viel vorgenommen und konnten nicht alles sehen, was wir eigentlich geplant hatten. Im Nachhinein nicht weiter schlimm, gewannen wir doch an diesem einen, wunderschön sonnigen, Tag einen ersten sehr nachhaltigen Eindruck von dieser wunderschönen Metropole im Osten Kanadas.

Unser Pech am Ankunftstag ist, dass der zentral gelegene Campingplatz leider keine Zeltplätze mehr zur Verfügung hat. Das war ja eigentlich schon klar. Es ist schließlich Sommer und in der Stadt steigt jedes Wochenende ein anderes Event. Das hätten wir ja eigentlich wissen müssen, hatten es jedoch augenscheinlich verdrängt. Die Angestellten des Platzes sind aber so freundlich, uns bei der Suche nach einem Übernachtungsplatz zu helfen, und uns sogar eine Route zum einzigen Campingplatz ausdrucken, der an diesem Wochenende noch Plätze frei hat. Dieser liegt leider fast hundert Kilometer nördlich von Toronto. Puh, was für uns eine halbe Weltreise bedeutet, ist für den Kanadier so irgendwie um die Ecke. Wieder einmal wird uns bewusst, dass wir uns nicht im kleinen Europa, sondern auf dem großen nordamerikanischen Kontinent befinden.

Am Sonntag Vormittag sind die Highways, die in die Innenstadt Torontos führen, angenehm leer. Die achtspurigen Zubringerstraßen lassen erahnen, was sich an Wochentagen hier abspielen muss. Nur am Sonntag ist es möglich stressfrei in das Herz der City zu gelangen, und auch einen bezahlbaren Parkplatz zu finden. Wir parken unseren Mietwagen am Straßenrand ganz in der Nähe des CN Towers. Die Gebühr ist mit 20 $ für einen ganzen Nachmittag (ca. 6 Std.) akzeptabel, wenn man bedenkt, dass es an Wochentagen mehr als das doppelte kostet. Eingang zum CN TowerDer CN Tower ist einer der Top-Sehenswürdigkeiten Torontos und steht auf unserem Reiseplan ganz oben. Wir freuen uns sehr, dass heute ein super sonniger Tag ist, der einen guten Weitblick über die Stadt verspricht. Der CN Tower ist mit 553 m der höchste Turm Nordamerikas und dient eigentlich als Fernsehturm für die Stadt Toronto und Umgebung. Das mit mehreren Aussichtsplattformen inkl. zwei Restaurants versehene Bauwerk ist das Wahrzeichen Torontos und ein wahrer Besuchermagnet. Umso erstaunter sind wir über die relativ kurze Wartezeit, und die hervorragende Organisation, mit der die Menschenmassen geordnet durch das Bauwerk geleitet werden. Der Preis von 120 € für uns alle ist happig, aus unserer Sicht jedoch gerechtfertigt. Man muss sich im Urlaub ja auch mal etwas gönnen, sonst könnte man auch zuhause bleiben! Und wer kann schon der Aussicht widerstehen, auf dem dritthöchsten Fernsehturm der Welt gewesen zu sein. Der CN TowerUnsere Tickets beinhalten die geschlossene Aussichtsplattform (auf 346 m) mit seinem Cafe und das außen liegende Observation Deck darunter. Ganz besonders spannend ist der gläserne Boden im Glass Floor Deck. Hier kann man auf einem über 5 cm dicken Glasboden stehend in die Tiefe sehen. Falls ich das hier verraten darf: Zwei unserer Familienmitglieder hatten die Hosen voll, wie man so schön sagt, und verzichteten auf das prickelnde Vergnügen. Glasboden im CN TowerDas luxuriöse Drehrestaurant auf 351 Metern Höhe kostet einen empfindlichen Aufpreis, der uns das Vergnügen, dass sich dieses jede Stunde einmal um seine eigene Achse dreht, nicht wert ist.  Eine Ebene weiter kann man (ebenfalls gegen Aufpreis) auf dem  EdgeWalk den Turm auf einem außen liegenden Steg einmal umrunden. Selbstverständlich ist man dabei gesichert. Der EdgeWalk soll der höchste freihändige Panorama-Spaziergang der Welt sein. Dennoch können wir alle diesem schwindelerregenden Vergnügen widerstehen. So wirklich schwindelfrei ist nämlich niemand von uns. Wir genießen dagegen lieber einen Kaffee im Restaurant mit dazugehörigem Weitblick. Urlaub kann so entspannend sein! Aussicht vom CN Tower über die City von Toronto und das dazugehörige UmlandFür Familien mit Kindern bietet sich nach dem Besuch des CN Towers gleich die nächste kindgerechte Sehenswürdigkeit an, das Ripley’s Aquarium of Kanada, welches direkt neben dem CN Tower steht. Das Toronto AquariumUns zieht es jedoch weiter. Wir möchten die Toronto Islands besuchen, eine vorgelagerte Inselgruppe im Ontariosee. Von dort aus hat man den schönsten Blick auf die Skyline von Toronto. Also nichts wie hin! Es ist Sonntag und der Besucherandrang am Fährhafen sicherlich hoch. Schon auf der großen Flaniermeile, der Harbourfront, ist jede Menge los. Straßenmusiker, Touristen, Einheimische, Menschen aus allen Erdteilen bevölkern diese lebendige Stadt. Jeder darf das sein, was er sein möchte, alles und jeder wirkt friedlich und respektvoll im Umgang miteinander. Warum kann es nicht überall so sein, denke ich mir. Nicht umsonst zählt Toronto zur internationalsten und liberalsten Stadt der Region, wenn nicht ganz Nordamerikas. Toronto WaterfrontNatürlich haben wir uns zu Recht zügig auf den Weg gemacht. Am Schalter des Fährhafens steht schon eine beachtliche Menschenschlange und wartet auf die Überfahrt nach Toronto Islands. Von der zentralen Anlegestelle an der Harbourfront werden drei Punkte auf den Inseln angefahren. Wir entscheiden uns für den Centre Island Park, die zentrale Anlegestellen der Inseln. Schon von der Fähre aus genießt man einen unbeschreiblich schönen Blick auf TorontoBlick auf Toronto von der Fähre ausToronto von Toronto Islands aus Centre Island besteht hauptsächlich aus einer großen Parkanlage. Die Inselgruppe dient hauptsächlich der Erholung für Einheimische an den Wochenenden und ist beliebtes Ausflugsziel bei Touristen. An einem Sonntag wie heute ist die Inselgruppe geradezu überfüllt, vor allem bei diesem grandiosen Wetter. Ebenfalls auf der Insel befindet sich Centrevilleein Vergnügungspark für kleine Kinder, der in den Sommermonaten täglich geöffnet hat. Wir allerdings genießen mit unseren Jugendlichen lieber die weitläufige Parkanlage und ein Menü im wohl schönsten Restaurant Torontos.

Parkanlage auf Toronto Islands Restaurant direkt an der Waterfront von Toronto Islands Viel zu schnell ist unser Aufenthalt in Toronto zu Ende. Wieder einmal haben wir Sehenswürdigkeiten nicht besuchen können, die wir vor der Reise eigentlich geplant hatten. Einen zusätzlichen Tag in Toronto opfern wir der weiteren Reise, und haben damit folgende Toronto-Highlights nicht gesehen:

Toronto Zoo (mit Pandabären) 

Ontario Science Centre 

Habt ihr weitere Tipps für Familien in Toronto, dann schreibt sie uns. Wir freuen uns über deinen Kommentar. 

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2 Kommentare

  1. Moin,
    schöner Bericht! Hätte nicht gedacht dass der Tower sooooo teuer ist.
    Meine Güte.
    Was ich aber uneingeschränkt gut finde sind die hohen Parkgebühren. Das spornt die Städter doch nahezu an mit dem Nahverkehr unterwegs zu sein.
    Ein Vorbild für unsere verstopften Städte.
    Ich meine auch mal gelesen zu haben dass Toronto ganz weit vorne in Sachen Radpolitik spielt.
    Die Stadt ist auf jeden Fall auf meiner Bucketlist!

    • Danke Reen für dein Feedback. Ja stimmt, der Tower war nicht ganz billig. Für unsere Reisen haben wir jedoch immer ein bestimmtes Budget und gönnen uns hin und wieder einige teure Ausflüge. Dafür sparen wir an anderen, für uns weniger interessante, kostenintensiven Sehenswürdigkeiten. Somit hält sich das Ganze für uns immer in einer gewissen Balance. Das Parken war ebenfalls nicht billig, was ich natürlich ebenfalls begrüße, auch wenn es für uns als Durchreisende nicht angenehm war. 🙂

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