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Rothenburg via Würzburg nach Hause

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Wir teilen alles miteinander!

Wir teilen alles miteinander!

Mit schweren Gliedern schleppe ich mich heute Morgen aus dem Zelt. Der gestrige Tag steckt mir noch ein wenig in den Knochen. Trotzdem erledigen wir unsere morgendlichen Aufgaben in immer kürzerer Zeit. In diesen zwei Wochen sind wir zu einem eingespielten Team geworden. Gegen 9.30 Uhr verlassen wir den Campingplatz. Paul ist zwar noch nicht müde, lässt sich aber die ersten Kilometer ohne Protest chauffieren. Morgens ist er meist sehr lieb, sieht sich interessiert die Gegend an und lacht fröhlich mit seiner Mutter, die albern genug ist, lustige Grimassen zu schneiden.

Die heutige Etappe beläuft sich auf fünfzig Kilometer. Zunächst fahren wir ab Rothenburg auf dem Taubertal-Radweg bis Creglingen. Anfangs ist die Strecke noch etwas hügeliger, wird aber ab Bieberehren zunehmend flacher. Um die Mittagszeit erreichen wir die Ortschaft Bieberehren. Paul wird rechtzeitig wach für unsere Mittagsrast. Auf einer Wiese außerhalb der Ortschaft breiten wir unsere Decke unter einem Baum aus und machen es uns im Schatten gemütlich. Es gibt wohl kaum einen schöneren Ort sein Baby zu Stillen, als an einem warmen Sommertag im schützenden Schatten eines Baumes. Der Wind streift über die umliegenden Wiesen und Felder, streichelt sanft über unsere Gesichter. Mein Baby ist ganz entspannt und berührt sanft mit seinem kleinen Händchen meine Haut.

Wir hatten auf unserer Reise mit dem Wetter bisher richtiges Glück. Wahrscheinlich würden wir jetzt nicht hier sitzen, wäre es anders gewesen. Über eine Stunde verbringen wir entspannt im Schatten liegend. Unser Kleiner hat viel Spaß und knabbert vergnügt an unseren Äpfeln herum. Es fällt schwer weiterzuziehen.

Über den Gaubahn-Radweg nach Würzburg

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Der Gaubahn-Radweg

Der Gaubahn-Radwanderweg führt von Bieberehren nach Ochsenfurt bei Würzburg über, wie der Name schon sagt, eine alte Eisenbahntrasse. Wahrscheinlich gibt es den Radweg noch nicht lange, da das Schotterbett noch sehr frisch ist. Ganz langsam steigt der Weg Richtung Ochsenfurt an. Dann führt er über die weite fränkische Hochebene, um nach fünfundzwanzig Kilometern im Tal vor Würzburg zu enden. Diese Strecke war landschaftlich die schönste unserer gesamten Reise. Gut gelaunt und keineswegs müde kommen wir am Nachmittag in Ochsenfurt an. Auf der gesamten Strecke hat Paul geschlafen und wir mussten keine Pausen einlegen. Dies holen wir jetzt in einem Café in der Stadt nach. Paul unterhält die Gäste, während ich mir einen Kuchen gönne. Der Campingplatz liegt zwei  Kilometer außerhalb der Stadt. Er besitzt eine große Wiese am Mainufer, auf der man wohl hundert Zelte aufstellen kann. Wir haben fast die ganze Wiese für uns alleine. Über eine Brücke gelangt man auf eine kleine Insel mit Kinderspielplatz und noch einmal genügend Platz für weitere hundert Zelte. Selbst ein kleines Schwimmbecken gibt es hier, dessen Wassertemperatur wir auf jeden Fall testen müssen. Die letzte Nacht verbringen wir auf dem schönsten Campingplatz unserer Tour. Wenn das nicht ein krönender Abschluss unserer Reise ist!

Fazit unserer ersten Fahrradtour mit Baby

Der letzte Reisetag stimmt mich ein bisschen wehmütig. Ich möchte es einfach nicht glauben, dass wir schon über zwei Wochen mit dem Fahrrad unterwegs sind und sich dieser Urlaub dem Ende zuneigt. Rückblickend kann ich behaupten, dass er unserem Baby auf keinen Fall geschadet hat. Auch wenn Paul manchmal mit einigen Situationen nicht so gut zurechtkam,  bin ich dennoch der Meinung, dass auch ihm die Reise irgendwie gefallen hat. Jedenfalls hat er den ersten ultimativen Reisetest bestanden. Viele haben uns vor dieser Reise gewarnt. Ich bin trotzdem froh, sie gewagt zu haben und kann nur allen jungen Familien Mut machen, das gleiche zu versuchen. Es muss ja mit einem Baby nicht gleich die große Weltreise sein. Wir haben bewusst klein angefangen, doch größere Abenteuer warten schon auf uns, und Paul natürlich……..

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