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Die Fränkische Seenplatte bis Rothenburg

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Ich staune täglich mehr über die Fähigkeiten meines Babys. Bei dem Lärm, den einige Campingplatzgäste gestern Abend veranstaltet haben, wäre ich als Säugling niemals eingeschlafen. Doch mein Baby hatte damit überhaupt keine Probleme. Schon während des Stillens verließen ihn seine Kräfte und er glitt friedlich in das Land der Träume. Nur des Nachts wird er manchmal wach und möchte an die Brust.

Heute ist Montag und viele Campinggäste reisen ab. Wir könnten deshalb noch etwas bleiben, was wir aber dankend ablehnen. Der Campingplatzbetreiber macht uns keine Hoffnungen, dass es mit den Übernachtungsplätzen am Altmühlsee besser aussieht. Dennoch wollen wir es versuchen, denn auf diesem Platz, auf dem die Zelte so eng stehen, dass sie sich fast berühren, halte ich es auf keinen Fall länger aus. Das schöne Wetter der letzten Tage hält immer noch an, auch wenn es nicht mehr ganz so heiß ist. Der Altmühlsee liegt einen Katzensprung von hier entfernt. Da wir heute nur bis Gunzenhausen kommen wollen, lassen wir uns alle Zeit der Welt. Die Strecke dorthin führt fast ausschließlich durch Waldgebiet. Es ist eine sehr schöne und schattige Strecke, die bei den hohen Temperaturen für einen Radler sehr angenehm zu fahren ist.

Auf der Fränkischen Seenplatte ist was los

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Waschtag

An der fränkischen Seenplatte sieht man immer mehr Familien, die mit Fahrrädern und Anhängern unterwegs sind. Hier sind wir keine Attraktion mehr, sondern eine alltägliche Erscheinung. Schon am späten Vormittag haben wir unser Ziel erreicht. Trotz der weisen Voraussagung des netten Mannes am Brombachsee steuern wir den nächstbesten Campingplatz an und bekommen ein wunderschönes Plätzchen auf einer fast leeren Wiese angeboten. Bleiben können wir auch solange wir wollen.  Na, geht doch! Da der Campingplatz mit allem nur Erdenklichen ausgestattet ist, und wir so ein lauschiges Plätzchen gefunden haben, beschließen wir ein paar Tage hier zu bleiben. Das Wetter ist so schön, dass ich gleich unsere Wäsche wasche.  Wenn man mit einem kleinen Baby unterwegs ist, fällt leider des Öfteren Wäsche an. Darauf sollte man sich vor der Reise einstellen. Wir haben unsere Kleidung auf ein Minimum reduziert, damit wir genügend Wäsche für unser Baby mitnehmen konnten. Es ist sinnlos, auch die Kleidung des Babys auf einer Reise aufs äußerste zu minimieren. Selbst wenn sich die großen Sauereien in Grenzen halten, hat man nicht immer die Möglichkeit zum Waschen.

Entspannte Tage am Altmühlsee

Am nächsten Morgen zieht es uns nach einem ausgiebigen Frühstück ans Wasser. Paul ist ganz aufgeregt und beobachtet die planschenden Kinder sehr interessiert. Diese Tätigkeit ist so anstrengend für ihn, dass er bald anfängt zu quengeln, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass er ein kleines Schläfchen benötigt. Kurzerhand fahren wir mit ihm einmal um den See. Der Anhänger ist mittlerweile für ihn ein Schlafmittel geworden, was wir natürlich sehr begrüßen. Mir ist auch aufgefallen, dass er, bei der frischen Luft, die ihm den ganzen Tag um die Nase weht, viel länger schläft als zuhause. Auch angenehm. Es ist schön, dass wir jetzt ein paar Tage Ruhe haben, und das scheint Paul auch zu gefallen, da er heute sehr ausgeglichen und gut gelaunt ist. Heute ist es noch wärmer und schwüler als gestern. Sicher wird es bald ein Gewitter geben.

Gute Laune Tage am Altmühlsee

Gute-Laune-Tage am Altmühlsee

In der Nacht hat es angefangen zu regnen und plätschert man nächsten Morgen munter weiter. So als würde unser Baby dies wissen, dreht es sich noch einmal um und schläft eine Stunde länger als sonst. Erst als es aufhört zu regnen, kriechen wir aus den Schlafsäcken. Das Frühstück zieht sich endlos lange hin. Eine junge Familie mit Kindern, ebenfalls mit Fahrrad und Anhänger unterwegs, zieht heute weiter. Wir haben uns gestern Abend ganz nett mit ihnen unterhalten und Erfahrungen beim Reisen mit Kindern ausgetauscht. Unseren letzten Tag  am Altmühlsee verbringen wir mit einer kleinen Stadtbesichtigung in Gunzenhausen, um später wieder an den See zu gehen. Es ist immer noch schwülwarm. Der gestrige Regen brachte die Temperaturen nicht zum Sinken. Am Abend braut sich dann wirklich ein schweres Gewitter zusammen, das aber Gott sei Dank nicht direkt über uns niedergeht.

Auf dem Altmühltal-Radweg nach Rothenburg

Das gestrige Gewitter hat die Luft gereinigt und die Temperaturen sinken lassen. Trotzdem haben wir wieder herrlichstes Wetter, als es gegen 10 Uhr weitergeht. Die Teilstrecke des Altmühltal-Radweges zwischen Gunzenhausen und Rothenburg lässt sich prima fahren. Es gibt so gut wie keine Steigungen zu überwinden (Ausnahme kurz vor Rothenburg). Der Weg führt durch schmucke, alte Dörfer, und meist vorbei an sattgrünen Wiesen und goldgelben Weizenfeldern. Die Beschilderung des Weges ist hervorragend, auch wenn wir uns immer wieder ärgern, dass diese uns meist in die Dörfer lockt, wo man doch schneller daran vorbeifahren könnte. Was tut man nicht alles für den Tourismus. Unser Glück ist heute der Rückenwind, der uns den ganzen Tag antreibt. So kommen wir trotz der vielen Pausen sehr schnell voran. Schon am Nachmittag befinden wir uns zwanzig Kilometer vor Rothenburg und stehen somit wieder vor der Entscheidung, eine feste Unterkunft in der Nähe zu suchen oder nach Rothenburg zu fahren. Da wir aus vergangenen Fehlern nicht klug geworden sind, entscheiden wir uns fürs Fahren. Unser Prinz macht noch einen zufriedenen Eindruck und ist sehr gut gelaunt. Selbst auf den letzten Kilometern schläft er noch einmal selig ein und wacht erst kurz vor Rothenburg wieder auf. Für die Fahrt in die Altstadt müssen wir noch einen steilen Anstieg bewältigen. Ich war ja schon mehrere Male hier, doch mein Freund möchte unbedingt die Altstadt sehen. Nachdem wir seinem Wunsch nachgekommen sind, fahren wir geradewegs Richtung Campingplatz.

Wir sind mit dem Verlauf des Tages sehr zufrieden. Diesmal war es eine sehr lange Etappe, deren Verlauf wir aber gut abschätzen konnten, da ich die Strecke schon kannte. Außerdem wussten wir sicher, dass es in Rothenburg einen Campingplatz gibt. Paul hat den heutigen Tag ohne sichtlichen Schaden überstanden. Ich bin sehr stolz auf mein Baby, dass es diese lange Etappe von achtzig Kilometern durchgehalten hat.

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