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Essen auf Reisen für Babys und Kleinkinder

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Essen auf Reisen ist unter reisenden Familien ein vieldiskutiertes Thema und so manchen Eltern bereitet die Frage „Was können meine Kinder unterwegs essen“ mächtiges Kopfzerbrechen, gerade wenn sie mit Babys und Kleinkindern verreisen.  Was ist unkompliziert zu handhaben, was schwierig (mit den beschränkten Mitteln, die einem auf Reisen zur Verfügung stehen) und was bringt einen unterwegs an den Rand der Verzweiflung?

Essen auf Reisen – ein wichtiges Thema

Als ein bisschen reiseerfahren möchten wir von reise-kids ebenfalls unseren Senf dazugeben, der wahlweise auch hervorragend auf frisch zubereiteten Sandwiches schmeckt. Trotz meiner üblich humoristischen Sichtweise der Dinge möchte ich in diesem Artikel ernsthafte Informationen weitergeben und ein wenig die Angst vor diesem doch wichtigen Thema nehmen. Denn verhungert sind Kinder – selbst kleine – noch nie auf Reisen. Zumindest ist mir persönlich kein einziger Fall bekannt.

Daneben gibt es aber die nicht zu unterschätzende Gefahr sich auf Reisen mit gefährlichen Krankheiten anzustecken, durch das was wir und unsere Kinder unterwegs essen. (Über dieses Thema berichte ich ausführlich in meinem Reisehandbuch)

One apple a day ….. ist ohne Zähne zwar schwierig, aber man kann es ja versuchen!

Hier bei reise-kids möchte ich euch an unsere ersten Erfahrungen mit dem Essen unterwegs teilhaben lassen, was wir unseren Kindern gerne zum Essen angeboten haben, was wir für praktisch und gut befunden haben, auf was wir verzichteten und was wir nicht empfehlen können.

Die ersten Reisen mit unseren Kindern unternahmen wir in Deutschland und Europa, womit die Gefahr durch verunreinigte Lebensmittel ziemlich gering war. Auf den ersten beiden Reisen mit unserem Sohn im Alter von 3 bzw. 6 Monaten habe ich noch voll gestillt und empfand dies als vollkommen unkompliziert, weshalb ich auch bei den ersten beiden Reisen mit unserer Tochter (2 Monate und 1 Jahr) noch voll bzw. teilweise gestillt habe. Dies ist aus meiner Sicht die bequemste und hygienisch sicherste Art sein Baby unterwegs zu ernähren!

Mit dem Abstillen haben wir auf Milchflaschennahrung für unsere Kinder auf Reisen verzichtet, da sich dies für mich als umständlich erwies. Lieber fütterte ich die Mäuse mit Gerichten aus Gläschen, die man uns überall problemlos erhitzte, oder die wir selbst mit unserem Outdoorkocher bequem erwärmen konnten. Für den kleinen Hunger zwischendurch gab es oft püriertes Obst, ebenfalls aus dem Gläschen, und natürlich die allseits beliebte gedrückte Banane. Wahlweise mit zarten Haferflocken, wenn es eine vollwertige Mahlzeit sein sollte. Damit wurden meine Kinder immer satt und glücklich. Fertige Babybreie bekamen unsere Kinder so gut wie nie auf Reisen, da diese aus meiner Sicht oft zuviel Zucker (oder Süßstoffe) enthalten und nicht wirklich schmecken. Wir verwendeten auch hier lieber natürliche Lebensmittel, die leicht zu zerdrücken waren und vermischten sie mit Haferflocken oder Joghurt.

Als die Kinder schon gut kauen konnten – und das war sehr früh – war unsere Lieblingsspeise unterwegs Müsli mit Joghurt, Milch oder auch Obstsaft (in heißen Regionen), was wir sowohl zum Frühstück wie auch häufig am Abend aßen. Da wir eigentlich immer ohne Kühlmöglichkeit reisen, mussten wir manchmal ein wenig erfinderisch sein. Entweder wir verbrauchten die kühlungsbedürftigen Nahrungsmittel sofort, oder wir kühlten sie mit kaltem Wasser (in einem Eimer). Das funktioniert super und Milch und Co. halten mit dieser Methode einen Tag (oder eine Nacht) außerhalb eines Kühlschranks. (Das haben wir auch in warmen Regionen (Südeuropa und Australien) getestet). Ganz besonders liebten unsere Kinder auf Reisen Pfannkuchen, die es während unserer fast einjährigen Weltreise fast täglich gab, ebenfalls mit verschiedenen Früchten, Marmeladen, Nuss-Nougat-Cremes  oder in der deftigen Variante mit Kräuterquark oder ähnlichem. Ein sehr unkompliziertes und schnell zubereitetes Gericht, das ebenfalls sättigt und Kinderaugen zum Leuchten bringt.

Man kann seine Lebensmittel auch in diesem Topf kühlen

Auf unseren Outdoorreisen hatten wir mit einem Benzinkocher und maximal zwei Töpfen immer ein beschränktes Kochequipment dabei, mit dem wir eigentlich nie ein Fünf-Sterne-Menü zaubern konnten. Glücklicherweise waren unsere Kinder auch mal mit Nudeln und Ketchup zufrieden. Dennoch versuchten wir stets unsere Kinder unterwegs gesund und ausgewogen zu ernähren. Fleisch gab es sehr selten bzw. fast nur in Restaurants, die wir ebenfalls nur sehr spärlich besuchten. Dafür aßen wir an den Küsten fast immer den besten Fisch von Welt, entweder in einem Fast-Food-Imbiss oder wir brieten ihn selber in unserer Pfanne. Gemüseeintöpfe (mit verschiedenen Gemüsesorten) haben eine relativ lange Kochzeit, weshalb wir diese vitaminreiche Kost fast nur roh zu uns nahmen in Form von Karotten, Paprika, Kohlrabi usw. Unkompliziert und schnell zuzubereiten dagegen ist tiefgefrorener Spinat, den wir tagsüber auftauen ließen und am Abend nur schnell aufwärmen mussten. Ebenfalls sehr gesund! Und es hat den Kindern sogar geschmeckt (solange es das nicht jeden Tag gab).

Wenn es möglich war, aßen wir das was die Natur uns darbot. Das konnten beispielsweise Beeren und Pilze aus dem Wald sein, oder Muscheln, die wir in Neuseeland bei Ebbe aus dem Schlick pulten.

Selbst gesammelte Muscheln zum Abendessen

Dass unsere Kinder unterwegs ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, war uns noch wichtiger als eine ausgewogene Ernährung. Gerade auf Reisen trinken Kinder meistens viel zu wenig und selbst Erwachsene vergessen an einem turbulenten Reisetag oft darauf zu achten, dass ihre Kinder ausreichend trinken. Ein ausgeglichener Elektrolythaushalt ist jedoch gerade für Babys und Kleinkinder immens wichtig! Wir hielten unsere Kleinen deshalb tagsüber immer dazu an ausreichend zu trinken (gerade in der australischen Wüste) und trotzdem hatten sie nachts im Zelt fast immer Durst. Dafür stand stets eine kleine Flasche Wasser griffbereit im Vorzelt. In kalten Regionen bereiteten wir oft abends einen Tee zu und ließen ihn über Nacht in einer Thermoskanne lauwarm werden. Somit hatte er am Morgen eine perfekte Trinktemperatur für die Kleinen. In Nuckel- oder Saugverschlussflaschen füllten wir nach den ersten negativen Erfahrungen mit Schimmelbildung (trotz regelmäßiger Reinigung) nur noch Wasser und ungesüßten Tee.

Ausreichend trinken ist sehr wichtig – gerade in Wüstenregionen!

Viel interessanter (und lustiger) als das was essen ist das wie essen auf Reisen mit Babys und kleinen Kindern. Einen bequemen Hochstuhl für das eigentlich nie sabber- und matschfreie Mahl gibt es unterwegs selten bis gar nicht. Auch hier mussten wir aus der Not heraus improvisieren. Ein megagroßes Geschirrtuch verhinderte größere Schmierereien auf der gesamten Kleidung, Papa ersetzte zu neunzig Prozent den praktischen Hochstuhl mit Bügel-(Griff) und Mama servierte meist im Schneidersitz auf dem Boden sitzend das Babymenü. Als die Kinder selbstständig sitzen konnten, wurde auf allem nur möglichen sitzend (wahlweise stehend) gegessen und es war – ehrlich gesagt – nie ein großes Problem. Take it easy! 

Gedeckter „Tisch“ im australischen Outback

Das Schönste am Essen auf Reisen ist das Picknicken, was wir bis heute sehr gerne praktizieren  (wenn immer das Wetter dies zulässt). Sich im Supermarkt Leckereien aussuchen und anschließend im Stadtpark oder am Meer mit Freude genießen, gehört zu den schönsten Erinnerungen an unsere vergangenen Reisen.

Eines von zahlreichen Park-Picknicks (hier in Neuseeland)

Viele weiterführende Informationen über das was Kleinkinder und Babys auf Reisen essen können, findet ihr in meinem umfangreichen Reisehandbuch. Dort berichten u.a. Globetrotterfamilien über ihre Erfahrungen mit dem Essen in fremden Kulturkreisen und darüber, wie Babys und Kleinkinder in hygienisch schwierigen Ländern und Regionen gesund ernährt werden können, mit dem Fazit, dass das Essen für Babys und Kleinkinder auf Reisen fast nie ein wirkliches Problem ist.

Was essen eure Kinder unterwegs am Liebsten?? Verratet es uns in einem Kommentar!

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