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Die Inseln Saelland und Fyn

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Bequeme Radwege auf der Insel Saelland

Schweren Herzens verlassen wir am nächsten Morgen den Campingplatz. Als wolle sie uns ein wenig trösten, scheint die Sonne gnädig auf uns herab. Fast wäre ich geneigt gewesen wieder umzukehren. Doch irgendwann müssen wir ja doch weiterziehen. Wir verabschieden uns noch von allen, die wir – dank Peter – in den letzten, wenigen Tagen kennengelernt haben, und fahren Richtung Stege davon. Ab Stege bis zur Brücke nach Kalvehave muss man leider auf einer viel befahrenen Hauptstraße fahren. Es gibt auch keine Ausweichroute. Hat man die Brücke, die einen separaten Fahrstreifen besitzt, überquert, fährt man wieder auf Radwegen und Nebenstraßen. Schon mittags haben wir einen großen Teil der heutigen Etappe zurückgelegt. Bei diesem schönen Wetter, die Sonne strahlt wieder vom blauen Himmel, würden wir gerne ein bisschen weiter fahren, was aber keinen Sinn macht, da die Campingplätze auf diesem Teil des Ostseeküstenradweges nicht so dicht gesät liegen, wie dies auf den anderen Inseln der Fall war. Also begnügen wir uns mit den heute gefahrenen fünfzig Kilometern und schlagen unser Nachtlager in Vordingborg auf.

Anmerkung von Paul: Wo ist mein schöner Strand geblieben? Das glaube ich jetzt echt nicht! Es nimmt wieder einmal keiner Rücksicht auf die Wünsche der Kinder. Da bleibt einem nur übrig seinen Unmut zu äußern, indem man den Eltern gehörig auf den Zeiger geht, und das habe ich heute zur Genüge getan.

Die Insel Saelland und Regen ohne Ende

Am nächsten Morgen schüttet es wie aus Eimern. Selbst in Regenbekleidung wagen wir uns nicht aus dem Zelt. So sitzen wir also da und warten bis der Regen nachlässt. Die Stimmung ist angespannt, wozu Paul einen nicht unerheblichen Beitrag leistet. Wieder einmal ärgere ich mich, dass wir für ihn keine Gummistiefel haben. Selbst als der Regen nachlässt, können wir den Kleinen nicht so einfach laufen lassen. Seine Lederschuhe wären schneller durchnässt, als uns lieb wäre. So ist heute jeder auf seine Weise knatschig. Paul, weil er nicht einfach herumspringen darf, ich, weil nach meiner Meinung nichts voran geht, und mein Mann, weil es regnet.

Kurz bevor der Regen kam

Kurz bevor der Regen kam

Doch auch solche Situationen muss man meistern. Bei leichtem Nieselregen ziehen wir etwas verspätet Richtung Næstved weiter. Die allgemein miese Laune entlockt uns jedoch heute Höchstleistungen. Auch der Wind feuert uns kräftig von hinten an. Zwischen Vordingborg und Næstved fährt man fast ausschließlich auf der Hauptstraße auf einem gesonderten Radstreifen. Gegen Ende der Strecke zweigt der Ostseeküstenradweg zur Küste hin ab. Wir bleiben jedoch auf der Hauptstraße, nicht zuletzt, weil es wieder stärker anfängt zu regnen. Auf den letzten Metern in die Innenstadt von Næstved werden wir von einem kräftigen Schauer regelrecht geduscht. Völlig durchnässt kommen wir dort an. Unser Baby hat alles verschlafen und ist glücklicherweise trocken geblieben. In einem Restaurant legen wir uns trocken und der Kleine erhält seine mittlerweile geliebten Pommes. In der warmen Stube sitzen wir den Regen aus und bestellen uns einen Kaffee nach dem anderen. Zum Glück lässt die Sonne nicht sehr lange auf sich warten und es kann am Nachmittag weitergehen. Am Abend schlagen wir unser Nachtlager in der Ortschaft Bisserup auf, die direkt an der Küste liegt. Der Campingplatz ist sehr sauber und hat einen wunderschönen Spielplatz. Vergessen ist die schlechte Laune vom Vormittag. Paul darf wieder herumtoben und wir sitzen gemütlich in der Sonne und genießen eine weitere Tasse Kaffee. Na, hoffentlich kann ich heute Nacht schlafen!

Nach meinem gestrigen Koffeinkonsum bin ich erstaunt, wie gut ich letzte Nacht schlafen konnte. Ist man jedoch den ganzen Tag an der frischen Luft und noch körperlich aktiv, schläft man gewöhnlich wie ein Stein. Auch Paul ist jeden Abend zum Umfallen müde. Auf der gesamten Tour gab es bisher keine Nacht, in der er nicht durchgeschlafen hätte. Natürlich wacht er das eine oder andere Mal auf, schläft aber, nach seinem Kuscheltiger grapschend, sofort wieder ein.

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Herrschaftliches Anwesen bei Bisserup

Am heutigen Tag ist es wieder stark bewölkt, der Regen hält sich aber noch gnädig in den Wolken versteckt. Die Strecke zwischen Bisserup und Korsør ist landschaftlich sehr reizvoll. Auf diesem Abschnitt liegen einige Sehenswürdigkeiten wie Schlösser, schöne alte Kirchen und ein kleines Museum. Der Ostseeküstenradweg ist hier wieder einmal nicht flach, sondern schlängelt sich, in unterschiedlich starken Steigungen, entlang der Westküste der Insel Saellands. Im Gegensatz zum gestrigen Tag läuft es heute wieder prima, sodass wir alle bester Laune sind. Nach zwei längeren Pausen erreichen wir Korsør. Der Bahnhof liegt am anderen Ende der Stadt, so dass wir sie komplett durchqueren müssen.

Der Große Belt und die Tücken beim Reisen mit Kinderanhänger

Der große Belt

Der große Belt

Für Fahrradfahrer gibt es nur die Möglichkeit  mit der Bahn über den »Großen Belt« zu fahren. Was für die kurze Zugfahrt von Korsør nach Nyborg allerdings verlangt wird, ist – nach unserer Meinung – ziemlich viel. Wir haben (2003) für die zehnminütige Fahrt umgerechnet 55 € gezahlt, und noch Probleme mit dem Anhänger bekommen, weil dieser nicht auseinandergebaut war. Das Ein- und Aussteigen war ebenfalls ein Horrortrip, doch zum Glück haben uns hilfsbereite Dänen geholfen.

Anmerkung von Paul: Dass die Laune der Erwachsenen so stark vom Wetter abhängt, kann ich nicht verstehen. Es gibt doch bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Darum, liebe Kinder, vergesst nicht eure Gummistiefel, wenn ihr nach Dänemark in den Urlaub fahrt!

 

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