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Mit Kindern die Welt entdecken

Das Outback und Coober Pedy

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Unsere Reise ins Outback und Abenteuer beginnt 300 Kilometer nördlich von Adelaide in Port Augusta. Die Kleinstadt ist die letzte Siedlung vor der australischen Wüste. Das Straßenschild hinter Port Augusta zeigt uns die Dimension der Entfernungen zu den nächsten Siedlungen. Coober Pedy ist tatsächlich der nächste Ort, den wir auf dem Stuart Highway erreichen werden.  Alle anderen Namen auf dem Schild sind keine Orte, sondern lediglich Roadhäuser, Tankstellen oder abgelegene Farmen, die sich jedoch nicht alle auf dem Stuart Highway befinden.

Straßenschild auf dem Stuart HWY

Mit einem leichten Kribbeln in der Magengrube verlassen wir am frühen Morgen Port Augusta und starten unsere abenteuerliche Reise ins Outback.

Straße ins Niemandsland

Wir haben gerade Mitte November, spätes Frühjahr für den australischen Kontinent. Doch schon jetzt ist es im zentralen Australien sehr heiß, weshalb wir nur sehr wenige und kurze Pausen auf den überdachten Parkplätzen im Niemandsland einlegen. Wir fahren vorbei an den riesigen, ausgetrockneten Salzseen im südlichen Outback. Sie schimmern im gleisenden Licht der Mittagssonne wie Fata Morganen, nicht greifbar, aber vor Hitze verwirrender  Existenz. Wir bestaunen namenlose, mächtige Tafelberge in weiter Ferne, oder sind sie eine Sinnestäuschung des irreführenden Nichts der Wüste? Nach einem langen und sehr anstrengenden Tag erreichen wir glücklich die rettende Oase mitten in der Wüste namens Coober Pedy.

Salzseen im Outback

Tafelberge im Niemandsland

Stadtschild in Coober Pedy

Die kleine Siedlung in der Wüste ist von eigenartiger Faszination. Keinen, den wir hier treffen, zieht es freiwillig in diese trostlose Einöde und dennoch empfinden wir eine seltsame Zuneigung zu dieser kleinen, sichtlich desperaten, Ortschaft mitten in der Wüste. Wir merken auch sehr schnell worin sich diese Faszination begründet.

Es ist still. So still und leise wie es vielleicht nur noch auf dem Mond sein kann. Das ist eine Erfahrung, die wir bisher noch nie auf unseren Reisen machen konnten. Selbst in den tiefsten Wäldern und abgelegensten Landschaften hörten wir immer wenigstens die Stimmen der Natur. Doch die Wüste ist von einer mystischen und einnehmenden Stille, die einen fast schaudern lässt. Wir sind unglaublich fasziniert davon und beschließen für drei Tage hier zu Rasten und diese beruhigende Stille in uns aufzunehmen.

Die Nacht bricht lautlos über Coober Pedy herein.

Am Tage kann man in Coober Pedy nicht viel unternehmen, da es viel zu heiß ist. Die Stadt scheint zu schlafen, was natürlich nicht ganz richtig ist, denn hier in Coober Pedy werden tagtäglich Opale abgebaut. In der kleinen Wüstenstadt werden die meisten Opale der Welt gefunden, weshalb sich Coober Pedy gerne mit dem Titel „Opal-Hauptstadt der Welt“ schmückt.  Opale sind Edelsteine, die sich durch eine besonders schöne bunt schimmernde Struktur auszeichnen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farbnuancen. Früher wurden Opale ebenso teuer gehandelt wie Diamanten. In und um Coober Pedy gibt es Tausende mannshoher „Maulwurfshügel“, die bei der Opalsuche zwangsläufig entstehen. So muss man auch am Tage genau schauen wo man hinläuft. Kinder also immer im Blick behalten!

Warnhinweise in Coober Pedy

Opalminen von der Oberfläche aus betrachtet.

Die Stadt wirkt bei Tage genauso verwaist und menschenleer wie in der Nacht. Die Menschen ziehen sich im Sommer schon am frühen Vormittag in ihre Höhlen zurück. Ja, richtig gelesen. Die meisten Menschen leben hier in Höhlen, und das sogar freiwillig. Diese Höhlenhäuser nennt man dugouts und sie sind hier in der Wüste die angenehmste und wohl umweltfreundlichste Art zu leben. Unter der Erde liegen die Temperaturen auch im Hochsommer bei angenehmen 20-25 Grad Celsius (ohne Klimaanlage). Wir können das bestätigen, da wir in Coober Pedy auf einem Campingplatz, der ebenfalls unter der Erde liegt,  genächtigt haben. Ein eigenartiges und faszinierendes Erlebnis.

Coober Pedy bei Tage

Höhlenkirche in Coober Pedy

Campingplatz unter der Erde

Unser Campingspot

Jetzt wird sich sicherlich manch einer fragen: Was unternimmt man in einem solch abgelegenen Kaff mitten in der Wüste mit kleinen Kindern? Die Antwort lautet: Baden! Glücklicherweise verfügt Coober Pedy über ein ganz schönes Schwimmbad, das wir bei Temperaturen um die 45 Grad Celsius gerne täglich besuchen. Das Wasser kommt uns eiskalt vor. Ob das am krassen Unterschied zur Lufttemperatur liegt, können wir nicht eindeutig klären, dennoch genießen wir die tägliche willkommene Abkühlung. Erst am späten Nachmittag fahren wir in die Wüste hinein und erkunden die nähere Umgebung Coober Pedys.

Die Wüste bei Coober Pedy

Ein weiterer Grund sich in Höhlen zurückzuziehen sind die lästigen Fliegen, die sicherlich jeder Australienreisender zur Genüge kennt, und die am frühen Morgen und in der Dämmerung besonders anhänglich sind. Damit die Kinder trotzdem unbeschwert draußen spielen können, schützen wir sie mit Fliegennetzen, die man im Outback unbedingt dabei haben sollte.

Besonders nervig sind die Fliegen am Abend.

Gut geschützt mehr Spaß am Spielen.

Drei Tage sind schnell vorüber. Wir müssen weiterziehen, noch tiefer in die Wüste Australiens. Wir freuen uns aber jetzt schon, dass wir noch einmal auf dem Rückweg in Coober Pedy Station machen müssen. Die kleine Stadt in der australischen Wüste ist wahrlich keine Schönheit und kulturell sowie touristisch unbedeutend, ja sogar langweilig. Wir haben sie dennoch genossen und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Sonnenuntergang in Coober Pedy

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