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6 Tipps wie eine Radtour mit Jugendlichen gelingt

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Meine Radel-Tipps für Kinder mittleren Alters funktionieren meist auch bei Jugendlichen ganz prima. Daneben habe ich jedoch noch ein paar zusätzliche Tipps, die ich euch nicht vorenthalten möchte, wenn ihr euch mit Jugendlichen in das Abenteuer Radtour stürzen wollt:

Tipp 1: Endlich wieder Abenteuer – die Planung müsst ihr nicht mehr so eng sehen

Mit kleineren Kindern ist eine gute Planung (mit Alternativen) wichtig, weil sie den Tagesablauf strukturiert und Zeit sowie Freiheiten für Unvorhergesehenes schafft. Man erspart sich damit viel Stress und Ärger, wenn einmal etwas nicht so läuft wie geplant. Mit Jugendlichen ist dies nicht mehr so wichtig, da eine unverhoffte Planänderung sie nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Ganz im Gegenteil! Es ist für die Jugendlichen schon aufregend, wenn man sich beispielsweise so gründlich verfährt und sich plötzlich in einem Dickicht wiederfindet, dem es zu entkommen gilt. Auch sind die Jugendlichen nicht enttäuscht, wenn ein Campingplatz (inkl. Spielplatz) nicht da ist wo er eigentlich sein sollte. Schlafen wir halt am nächstgelegenen See! Einen Spielplatz zum Austoben braucht man einfach nicht mehr. Das ist wirklich entspannend für die Eltern und abenteuerlich für die JugendlichenRadeln mit Jugendlichen ist Abenteuer

Tipp 2: Interessante Ziele für Jugendliche

Die Aussicht auf einen Freizeitpark oder Ähnliches ist auch bei Jugendlichen noch ein adäquates Mittel sie für eine Radtour zu begeistern. Das zieht eigentlich immer. Mit zunehmendem Alter jedoch finden die Jugendlichen immer stärker Gefallen an Strecken, die durch größere und bekannte Städte führen. Die Aussicht auf eine Radtour zum Beispiel durch Berlin, Hamburg oder Amsterdam kommt bei den Jungen auf jeden Fall wesentlich besser an, als eine Radtour, die ausnahmslos durch ländliches Gebiet mit „langweiligen Käffern“ führt. Da gibt es ja außer Kühen und Misthaufen nichts zu sehen! Eine Radtour dagegen, die durch eine Großstadt führt, ist aufregend und bieten den Jugendlichen eine Fülle von Eindrücken, die sie begeistern werden. Es ist schon interessant, wie sich Perspektiven mit den Jahren verändern. Als Eltern mit Kleinkindern meidet man tunlichst Radtouren durch große Städte, und mit Jugendlichen sucht man geradezu nach Strecken, die durch große Städte führen. Große und bedeutende Städte sind ein Magnet für Jugendliche

Tipp 3: Wechselnde Aktivitäten bringen Schwung in eine Radtour

Eine Radtour mit Jugendlichen sollte nicht nur eine reine Radtour sein, ohne andere Aktivitäten. Das wäre ja grottenlangweilig. Neben interessanten Zielen finden Jugendliche es spannend und aufregend die tägliche Tätigkeit radeln durch andere sportliche Aktivitäten zu ersetzen bzw. zu ergänzen. Bietet sich also unterwegs spontan irgendwo die Möglichkeit einer spannenden oder interessanten sportlichen Tätigkeit, sollte man sich auf jeden Fall Zeit dafür nehmen. Das kann alles Mögliche sein: Kanufahren, Klettergarten oder Kletterhalle, Bungee jumping, Gleitschirmfliegen, River Rafting, Wasserskianlage, Buggykiting usw. Mit etwas Abwechslung im Radtourenalltag macht man nicht nur den Jugendlichen eine Freude, sondern meist sich selbst ebenso – zumindest, wenn man zu den junggebliebenen gehört. Abwechslung auf Radtouren bringt Freude

Tipp 4: Den Jugendlichen etwas zutrauen, sie fordern und höhere Ziele spornen an

Die körperliche Leistungsfähigkeit von Erwachsenen und Kindern unterscheidet sich bis zu einem bestimmten Alter der Kinder enorm. Ab einem bestimmten Alter der Kinder jedoch beginnt diese Diskrepanz zu schrumpfen, bis man irgendwann an einem Punkt angelangt ist, wo sich diese Differenz auflöst bzw. umkehrt. Mit Jugendlichen gelangt man irgendwann an den Punkt bei dem das eigene Kind einem plötzlich körperlich überlegen ist und mehr Ausdauer besitzt als man selbst. Das ist keineswegs schade, sondern eine große Freude. Endlich kann man seine Radtouren wieder so planen wie früher, als man sich noch selbst fordern konnte. Man muss keine Rücksicht mehr auf schwächere Tourteilnehmer nehmen, denn das schwächste Glied in der Kette ist man nun wieder selbst. Das ist klasse, sag ich euch! Tourenlänge und Tagesetappen können jetzt wieder nach der eigenen Leistungsfähigkeit geplant werden. Das Spektrum an möglichen Strecken mit all ihren Schwierigkeiten wird größer, das Radeln wieder abenteuerlicher. Doch nicht nur man selbst ist wieder körperlich gefordert, auch den Jugendlichen kann man etwas zutrauen, körperlich wie geistig. Immer wieder neue Ziele, wie beispielsweise steigernde Tageskilometer oder anstrengende Etappen fordern und fördern das Selbstbewusstsein von Jugendlichen. Und am Ende sind die Jugendlichen mächtig stolz mehr als tausend Kilometer während einer Radtour zurückgelegt zu haben – und man selbst natürlich auch. Mit Jugendlichen darf es schon mal etwas mehr sein

Tipp 5: Jugendgerechte Pausen- und Einkehrlokalitäten erhalten die gute Laune

Was für kleine Kinder das tägliche Eis ist, ist für Jugendliche der Dönerstand oder – das kommt leider nie aus der Mode bei Kindern – Fast-food-Ketten wie Mc Donald’s  und Co. Der Unterschied zu kleineren Kindern ist, dass man diese Etablissements mit Jugendlichen jeden Tag mehrmals aufsuchen muss. Kinder mittleren Alters bevorzugen als Pausenort noch den Spielplatz, womit man zugegebenermaßen eine Menge Geld spart. Mit Jugendlichen dagegen kommt man an zwei warmen Malzeiten am Tag auf einer Radtour nicht vorbei. Die Heranwachsenden haben Hunger – und das den lieben langen Tag. Als Erwachsener kann man da nur neidvoll zuschauen, wie sich die Jugend solche, unglaubliche Mengen einverleiben kann, ohne auch nur im Ansatz mollig zu werden. Was soll’s! Bei den vielen Vorteilen, die eine Radtour mit Jugendlichen mit sich bringt, nimmt man diesen kleinen (kostenspieligen) Nachteil gerne in Kauf. Döner und Co. ziehen Jugendliche magisch an

Tipp 6: Keine Lust auf Familien-Radtour? – Nehmt die Freunde eurer Kinder mit!

Irgendwann kommt der Tag, an dem die Jugendlichen einem verkünden, dass sie keine Lust mehr auf eine Familien-Radtour haben. Natürlich weiß man schon lange vorher, dass dieser Tag in ferner Zukunft kommen wird, aber als Eltern möchte man das nicht so ganz wahrhaben, und so schiebt man den Gedanken weit von sich, bis die jugendliche Ansage eines schönen Tages einen mit voller Wucht trifft. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man akzeptiert die Verweigerung oder man sucht einen Weg, damit die Jugendlichen doch noch einmal mit auf Familien-Radtour gehen. Wir haben letzteres versucht, und damit voll ins Schwarze getroffen. Mit Freunden auf Radtour ist schon etwas anderes als alleine mit den Eltern. Was man sich ganz ohne Eltern vielleicht noch nicht zutraut, ist mit ihnen – mit angemessenem Abstand, versteht sich – und mit Freunden ein echtes, erstes Abenteuer. Wir haben es ausprobiert und können es nur weiterempfehlen. Doch Vorsicht: Ist die Abenteuerlust in den Jugendlichen erstmal geweckt, fahren sie ein Jahr später ohne euch los. Ganz bestimmt! Mit Freunden radeln macht echt Spaß

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