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10 Tipps wie eine Radtour mit Baby oder Kleinkind gelingt

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Radtour mit Baby oder Kleinkind

Eine Radtour mit Baby ist ein großes Abenteuer.

Tipp 1: Gut geplant ist halb gewonnen

Wer seine erste Radtour mit Baby oder Kleinkind im Vorfeld gut plant, hat schon mal die halbe Miete (wie man so schön sagt). Tageskilometer, Streckenverlauf, Versorgung, Einkehrmöglichkeiten, Unterkunft, diese groben Punkte kann man schon vor einer Radtour fixieren. Es startet sich viel entspannter, wenn man weiß wo man am Abend ankommen wird. Das heißt ja nicht, dass man seine Unterkunft zwangsläufig immer vorbuchen muss, aber man ist beruhigter, wenn man beispielsweise Alternativquartiere am Ankunftsort kennt, oder weiß wo man was einkaufen kann usw. Das einzige, was man leider niemals genau vorher planen und hundertprozentig sicher in Erfahrung bringen kann ist das Wetter. Da kann man nur das Beste hoffen oder beten, vielleicht hilft’s!

Tipp 2: Du willst es doch auch, oder? – Beide Eltern müssen es wollen

Meistens ist einer der Erwachsenen die treibende Kraft bei der Planung für eine solche Reise. Glücklicherweise war das in unserem Fall immer ich (Das glaubt mir leider nie jemand!). Ich behaupte jetzt einfach mal, dass dies bei vielen Paaren anders ist, wobei genau da das Problem liegt. In den meisten Fällen entscheidet (insgeheim) die Mutter über die Art und Weise einer Reise. Ja, den Aufschrei der Männer kann ich jetzt geradezu hören, aber ich bleibe bei meiner Meinung. Sind die Kinder noch klein, ist die beste Entscheidung, die man als Mann treffen kann, auf seine Frau zu hören. Ist ein Partner nur halbherzig oder dem anderen zuliebe dabei, kann das mitunter kritisch werden. In schwierigen Situationen – die es auf einer solchen Tour immer gibt – ist der Frust dann meist groß und der Weg vom stillen Vorwurf zum laut geäußerten Missmut klein. Deshalb sollte schon vor der Radtour klar sein, dass beide es wollen, egal von wem die Idee dazu kam.

Eine Radtour mit Baby klappt nur, wenn beide Eltern es wollen.

Eine Radtour mit Baby klappt nur, wenn beide Eltern es wollen.

Tipp 3: Der Radtour entspannt entgegensehen

Nichts ist schlimmer als sich schon vor der Reise den Kopf zu zerbrechen, ob und wie eine Radtour mit Baby oder Kleinkind gelingen kann. Diese Nervosität und innere Anspannung spüren die Kleinen, auch wenn man das noch so sehr versucht zu unterdrücken. Die Gedanken, ob das Vorhaben gelingt, sind zwar ganz natürlich und auch selbstverständlich, sollten sich aber nicht auf die Planung und Vorbereitung negativ auswirken. Take it easy! – ob es wirklich gelingt, weiß man immer erst während, oder im glücklichsten Fall nach einer erfolgreich verlaufenen Radtour. Und ich weiß wovon ich rede, habe ich doch genau diesen Fehler selbst begangen bei unserer ersten Radtour mit Baby.

Tipp 4: Immer schön cool bleiben

Aller Anfang ist schwer, und das trifft in hohem Maße auf eine erste Radtour mit Baby oder Kleinkind zu. Nichts wird so sein wie vorherige Radtouren, die man noch ohne Kind gemacht hat. Der Fokus liegt nicht mehr auf den täglichen Etappen, die es zurückzulegen gilt, sondern bei dem kleinen Mitfahrer, der von ganz alleine seine Bedürfnisse kundtut und oftmals lautstark einfordert. Nur zu blöd, wenn man gerade auf weiter Flur durch strömenden Regen radelt und es keinerlei Möglichkeit gibt schnell anzuhalten, um das Bedürfnis des Mitfahrers zu ergründen und letztendlich zu befriedigen. Hier heißt es, entweder etwas schneller in die Pedalen treten oder einfach cool bleiben und die nächste Möglichkeit zum Anhalten aufsuchen, um das Problemchen zu beheben. Solche oder ähnliche Situationen wird man auf einer Radtour mit Baby oder Kleinkind immer wieder erleben. Ganz neue Handlungs- und Tagesabläufe müssen sich finden und einspielen. Das geht leider nicht von heute auf morgen. Spätestens aber nach einer Woche wird man zu einem eingespielten Team – versprochen. Bis es allerdings soweit ist, sollte man – auch im Interesse des Kindes – immer schön cool bleiben.

Immer schön cool bleiben

Immer schön cool bleiben!

Tipp 5: Spiel, Spaß und gute Laune – Spaßprogramm für Baby und Kleinkind

Ein Baby oder Kleinkind wird auf einer Radtour länger bewegungseingeschränkt sein, als im normalen Alltag. Das ist nicht schön für das Kind, und es gibt viele, die damit nicht so recht einverstanden sind und das ihren Eltern auch sehr deutlich „sagen“. Ein schreiendes Baby im Anhänger dämpft die Laune ungemein und wirkt sich leider auch auf die Fahrsicherheit aus, weil man nervös wird, was im schlimmsten Fall Fahrfehler nach sich ziehen kann. Wir haben bei unseren Radtouren immer versucht unsere Kinder auch unterwegs zu unterhalten. Es wurden Kinderlieder geträllert, welche die Kleinen kannten und andere Bewegungsspiele während der Fahrt gemacht (soweit das möglich war), um das Kind zu beruhigen. Meistens transportierten wir unsere Kinder so, dass sie nach hinten aus dem Anhänger rausschauen konnten. So konnte ein Elternteil immer wunderbar mit dem Baby kommunizieren und Faxen machen, die das Kleine zumindest für einige Zeit bei Laune halten konnte.

Tipp 6: Pause, Pause und nochmal Pause – we need more time-out!

Bei einer Radtour mit Baby oder Kleinkind ist man gut beraten viele kleine Pausen einzulegen. Die Zeiten, als man seine Tagesetappe noch in Vormittag und Nachmittag einteilte, sind mit Baby und Kleinkind definitiv vorbei. Das Fahren richtet sich nun nach dem Tagesrhythmus des Kindes. Mit Baby und Kleinkind hatten wir auf Radtouren genau zwei – mit ein wenig Glück sogar drei – volle Stunden am Tag, an denen wir die meisten Tageskilometer am Stück zurücklegen mussten. Das waren der Vormittags- und der Nachmittagsschlaf unseres Babys. Während der Wachphasen des Kindes waren wir immer gezwungen viele, kleine Pausen einzulegen, damit das Baby oder Kleinkind die Möglichkeit zum Spielen und Bewegen hatte. Wir merkten sehr schnell, dass diese Vorgehensweise das Stimmungsbarometer ziemlich konstant im grünen Bereich hielt. Dadurch schafften wir zwar oft weniger Kilometer pro Tag, oder mussten am Nachmittag einfach mal eine oder zwei Stunden länger fahren, aber es entspannte auch die Erwachsenen und der Leistungsdruck wurde von Tag zu Tag weniger.

Eine kurze Pause tut allen gut

Eine kurze Pause tut allen gut.

Tipp 7: Wenn’s mal nicht so läuft – Planänderungen offen gegenüberstehen

Eine gute Planung ist wichtig. Aber genauso wichtig ist es nicht krampfhaft an einer gut ausgearbeiteten Planung festzuhalten. Es wird immer wieder Umstände geben, die einen dazu zwingen werden seine Planung zu ändern oder gar eine Tour abzubrechen. Wenn das Wetter nicht mitspielt, ein Streckenabschnitt gesperrt oder mit einem Anhänger unpassierbar ist, wenn Kilometerangaben unerwartet falsch angegeben waren, wenn die anvisierte Unterkunft belegt ist, oder das Kind unterwegs krank wird. Das alles kann dazu führen, dass man Änderungen vornehmen muss. Es hilft in solchen Situationen niemandem, wenn man auf Biegen und Brechen an seinem Vorhaben festhält. So manche Planänderung kann eine ganze Tour retten und sie im Nachhinein zu etwas ganz Besonderem machen. Lass dich auf das Abenteuer ein!

Tipp 8: Vermeide steile Anstiege und schwieriges Terrain

Was für selbstfahrende größere Kinder und Jugendliche sicherlich ganz spannend und aufregend ist, ist für Babys und Kleinkinder leider eine Tortur. Schwierige Trails, hohe Berge mit steilen Anstiegen und ein erschütterungsreicher Fahrweg sind keine guten Voraussetzungen für eine entspannte Radtour mit Baby und Kleinkind. Sportlich darf es ja sein, aber im Hinblick auf die Bedürfnisse des Kindes sollte man solche schwierigen Strecken eher meiden. Auf schlechtem Untergrund kommt man als Radler (mit Anhänger und Gepäck) nur schleppend voran, was die Tageskilometerleistung enorm verkürzt. Holprige Waldwege sind nicht immer ein Vergnügen für das Baby, selbst wenn man einen sehr gut gefederten Anhänger besitzt. Zudem steigt das Verletzungs- und Unfallrisiko für alle. Solche Passagen sollten auf einer langen Radtour die Ausnahme bleiben, damit eine Radtour auch morgen noch Spaß macht – und zwar allen.

Mit Baby oder Kleinkind sind solche Trails kein Vergnügen

Mit Baby oder Kleinkind sind solche Trails kein Vergnügen.

Tipp 9: Das Stillen vereinfacht eine Radtour mit Baby ungemein

Dieser Tipp geht an alle Mütter, die ihren Nachwuchs lange stillen. Über die Vorteile des Stillens sind sich sicher alle Mütter einig, aber wie handhabe ich das bei einer Radtour? Ich habe meine Kinder auf mehreren Radtouren gestillt (noch voll oder zumindest teilweise) und empfand dies als völlig unkompliziert, ja geradezu praktisch. Unterwegs mit Fläschchen und Co. hantieren zu müssen ist schwierig und manchmal nervenaufreibend. Das Stillen allerdings geht immer und überall, und braucht keine Vorbereitungszeit. Auch wenn die Kleinen Nähe und Liebe in der ihnen ungewohnten Umgebung brauchen, die eine Reise ja unweigerlich mit sich bringt, ist Stillen eine wunderbare Möglichkeit die Kleinen zu beruhigen. Wer also eine Radtour plant, sollte mit dem Abstillen bis nach der Tour warten. Es lohnt sich wirklich und vereinfacht so vieles.

Tipp 10: Das Reiseziel ist entscheidend

Das richtige Reiseziel ist für das gute Gelingen einer Radtour mit Baby oder Kleinkind ebenfalls entscheidend. Wir bevorzugten für unsere ersten Radtouren mit unseren Kindern häufig Küstenregionen. Das Meer ist gerade für Babys und Kleinkinder ein ideales Spielrevier. An Nord- oder Ostsee befinden sich zudem herrliche Radstrecken, die immer wieder eine Pause oder einen Aufenthalt am Meer zulassen. Also, ich finde wirklich kein überzeugendes Argument, das gegen eine Radtour an der Küste spricht.

Radeln am Meer ist wunderschön

Radeln am Meer ist immer schön.

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2 Kommentare

  1. Wir haben ein paar Touren und Tipps zusammengetragen. Zu lesen auf http://www.biken-mit-kids.de – freuen uns wenn ihr dort mal vorbeischaut

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